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Naomi Buhmann und Hannah Mikusch bei „Jugend forscht“ ganz vorn
KLEINLINDEN (ies). Können Bäume reden? Ist es möglich, moderne Solartechnologie mit Erfindungen aus dem 17. Jahrhundert zu einem hochleistungsfähigen Energiespender zu kombinieren und warum registriert ein Thermometer, welches die Temperatur mittels Schallwellen misst, ohne jegliche Verzögerung minimalste Änderungen der Raumtemperatur? Mit diesen und anderen spannenden Themen haben sich in Mittelhessen 41 Schüler und Studenten in 26 Projekten beim „Jugend forscht“ - Schüler experimentieren“-Regionalwettbewerb befasst. Am Freitag zeichneten Wettbewerbsleiter Heinrich Giebhardt und Patentbeauftragter Hartmut Dykmann, Leiter der Entwicklungsabteilung der Bosch Thermotechnik (Wetzlar), sowie Dr. Helge Braun (MdB), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, im Bürgerhaus Kleinlinden die Sieger aus.
In der Kategorie „Jugend forscht“ haben sich diese für den Landeswettbewerb qualifiziert.
Mit einem ersten Preis wurde in der Wettbewerbssparte „Schüler experimentieren“ die zwölfjährige Naomi Buhmann vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG/Gießen) belohnt, die über mehrere Wochen verschiedene Kompostansätze beobachtete und durch Zugabe von Biokohle die Verrottung des Kompost beschleunigte.
Hannah Mikusch aus Hüttenberg ( August-Hermann-Francke-Schule/Gießen ) konnte anhand ihrer Gewässeruntersuchungen dem Schwingbach eine gute Wasserqualität bescheinigen. Für ihre Untersuchung erhielt sie in der Kategorie „Schüler experimentieren“ ebenfalls einen ersten Preis.
Einen „Bäume-Lauschangriff“ starteten drei Schüler der Gießener Gesamtschule Ost. Felix Buhr, Franziska Petry und Kai Pohl stellten mittels Kopfhörern und Stethoskopen fest, dass man zwar nicht die Wasseraufnahme eines Baumes hören kann, wohl aber Insektenbefall. Ein zweiter Preis in der Sparte „Jugend forscht“ entlohnte ihre Leistung.
Ebenfalls vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) starteten Charlotte Wiesner und Mirjam Pack mit ihrer Entwicklung der Flugsamenmodelle. Ihr Projekt wurde mit dem dritten Sonderpreis (Sparte „Schüler experimentieren“) belohnt.
Luise Böhm und Louisa Mayer (ebenfalls LLG) begleiteten eine Fußballmannschaft, um die Veränderung des pH-Wertes in Abhängigkeit von körperlicher Belastung zu messen. Dafür wurde ihnen der zweite Sonderpreis (Sparte „Schüler experimentieren“) zugesprochen.
Auch die zwölfjährige Marie Kraft aus Wettenberg beschäftigte sich mit einem sehr aktuellen ökologischen Problem. Durch Milbenbefall ist die Honigbiene vom Aussterben bedroht, mit katastrophalen Folgen für die Zukunft, da mit dem Sterben der Bienen auch immer weniger Blüten bestäubt werden und als Folge davon Obst- und Getreideernten, wie beispielsweise von Raps, immer schlechter ausfallen werden. Mit dem Bau eines so genannten „Bienenhotels“ kann mit wenig Aufwand, einem Stück Holz und einer Bohrmaschine zum Bohren der Löcher für die Bienen, Hilfe bewirkt werden. Dafür wurde sie mit dem Umweltsonderpreis (Sparte „Schüler experimentieren“) ausgezeichnet.
Schallwellen machte Janka Lepper (Lahntalschule/Lahnau) mithilfe eines Rubenschen Flammenrohres für die Beobachtung sichtbar (Sparte „Schüler experimentieren“).
Zwei andere Forschergruppen beschäftigten sich wiederum mit naturnahen Themen. Zum einen erforschten Arne Christoph Stephan und Marc Dreier von der August-Hermann-Francke-Schule (Gießen) die Gewässerqualität des Klingelbaches anhand der darin vorkommenden Kleinlebewesen. Eine Einstufung des Gewässers in die Gütekategorie 2 bis 3 war das Ergebnis. Ihr Projekt wurde ebenfalls mit einem Sonderpreis in der Kategorie „Schüler experimentieren“ bedacht.
Weitere Preise gingen an Schüler und Studenten, die in den Gießener Nachbarkreisen erfolgreich experimentiert und geforscht haben.
Staatssekretär Helge Braun, ein Gießener, dankte den jungen Forschern: „Wenn ich eure Motivation und Arbeitsweise sehe, habe ich keinerlei Angst vor der Zukunft“. Alle Sieger der Sparte „Jugend forscht“ nehmen am Landeswettbewerb am 14./15. März in Darmstadt teil.
Bosch Thermotechnik (vormals Buderus Thermotechnik) richtet den Wettbewerb seit 17 Jahren als Patenunternehmen in Mittelhessen aus. „Jugend forscht“ wurde 1965 vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen ins Leben gerufen.
(Quelle: Gießener Anzeiger)
Schlagworte: BMBF, Forschung und Innovation, Dr. Helge Braun, Jugend Forscht