Gießen/Berlin. Wenn alles glatt geht, wird Gießen im kommenden Jahr zum zweifachen Standort, wenn die vier geplanten Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung geschaffen werden. Darin sollen die besten Köpfe des Landes zusammengeführt werden, um gemeinsam an der Erforschung der großen Volkskrankheiten zu arbeiten. So soll den Patienten geholfen werden, indem neue wissenschaftlichen Erkenntnisse schneller hervorgebracht und zügig in die Patientenversorgung umgesetzt werden. In Gießen soll das vorangebracht werden im Hinblick auf Lungen-und Infektionskrankheiten.
Das hat soeben eine Expertenjury im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entschieden. Das gute Abschneiden seiner Heimatstadt erfüllt besonders Staatssekretär Dr. Helge Braun mit Stolz.
Als Deutsches Zentrum für Lungenforschung hatte sich die Justus-Liebig-Universität Gießen gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim beworben. Die weiteren Standorte außer Gießen/Marburg sind München, Heidelberg, Hannover und Borstel/Lübeck.
Für das künftige Deutsche Zentrum für Infektionsforschung wurden sieben Standorte ausgewählt, nämlich Gießen, Braunschweig/Hannover, Hamburg, Köln/Bonn, Tübingen, München und Heidelberg. Für den heimischen Standort hatten sich gemeinsam die Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg, das Paul-Ehrlich-Instituts in Langen und die Fachhochschule Gießen-Friedberg eingesetzt.
Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung soll in Frankfurt/Main, München, Heidelberg, Hamburg/Lübeck, Göttingen, Berlin und Greifswald entstehen. Partnerstandorte für das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung sind Tübingen, Heidelberg, München, Freiburg, Frankfurt/Main, Essen/Düsseldorf, Dresden und Berlin.
»Dass bei diesen vier Zentren meine Heimatuniversität Gießen gleich in zwei Einrichtungen beteiligt sein wird, ist ein großer Erfolg der heimischen Universität, zu der ich herzlich gratuliere«, meinte Staatssekretär Dr. Helge Braun, als gestern Mittag die Jury-Entscheidung bekannt gemacht wurde. Die Auswahl mache deutlich, »dass die medizinische Forschung in Gießen optimal aufgestellt ist«. Der CDU-Politiker weiter: »Da die Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung langfristig angelegt sind, bedeutet die doppelte Einbindung Gießens eine langfristige wissenschaftliche Stärkung unserer Region, die in ihrer Bedeutung kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Nach der Exzellenzinitiative vor einigen Jahren, in der Gießen bereits zweimal erfolgreich war, ist dies ein erneuter Meilenstein erfolgreicher Beteiligung Gießens an den Initiativen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.«
Bei dem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) waren insgesamt 77 Anträge von Universitäten, Universitätsklinika und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingegangen. Sie wurden durch international besetzte Expertengremien begutachtet. Nach einer Vorauswahl waren 39 Antragsteller eingeladen, ihre Konzepte der Jury zu präsentieren. Daraus wurden soeben die 27 Partnerstandorte ausgewählt. »Diese werden nun je ein Gesamtkonzept für die Zentren erstellen, das wiederum von den Gutachtergremien abschließend bewertet werden wird«, erläuterte Ministerin Annette Schavan das weitere Procedere. Auskunft über den Umfang der finanziellen Förderung für die künftigen Forschungszentren gibt die Pressemitteilung aus Berlin nicht.
2009 hatte die Bundesregierung bereits die ersten beiden Zentren als Basis für die biomedizische Spitzenforschung gegründet: das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung.
Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung
Schlagworte: Forschung und Innovation, Gesundheit, Helge Braun im Wahlkreis, Dr. Helge Braun