Was bedeuten Europa und die Europäische Union für mich und die Gesellschaft? Dies Frage stellten sich Schüler in Lollar und Linden am gestrigen EU-Projekttag. Dieser Tag soll dazu beitragen, Europa zu entdecken und mitzugestalten, Jugendliche sollen sich mit der europäischen Idee beschäftigen. Auch an der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar und der Anne-Frank-Schule in Linden wurde dieser Gedanke verfolgt: Dafür besuchte Staatsminister Helge Braun beide Einrichtungen, um Schülern der Klassen 10 und 11 einen Einblick hinter die politischen Entscheidungen zu geben und über die Idee »Europa« zu sprechen.
An der Anne-Frank-Schule (AFS) in Linden folgten rund 35 Schüler des Abschlussjahrgangs der Diskussion im naturwissenschaftlichen Hörsaal. An den Fragen, die viele Zehntklässler stellten, war zu erkennen, dass für viele der europäische Gedanke unter anderem mit offenen Grenzen und Reisefreiheit absolut selbstverständlich sind – immerhin ist man damit aufgewachsen.

Wie lange arbeitet ein Minister?

So schienen Fragen nach dem Leben als Staatsminister im Bundeskanzleramt, was man da so verdienen kann und wie lange ein Arbeitstag ist (12 bis 14 Stunden und mehr im Büro sind dabei übrigens nichts ungewöhnliches), für die Schüler interessanter zu sein, als die politische Arbeit. Aber warum auch nicht, wie oft erhält man schon einen so direkten Einblick in das Politikerleben?
Auch bei Rückfragen, wie sie zu den europäischen Werten stehen, sahen die meisten Jugendlichen diese als ausgesprochen positiv an – Frieden, Solidarität und auch der Zusammenhalt bei Problemen sind tief verwurzelt. Auch war den meisten bewusst, welche Vorteile die offenen Grenzen bringen – besonders dann, wenn man ins Ausland verreisen möchte. »Man hört ja derzeit immer wieder, dass Länder aus der EU austreten wollen. Gibt es denn auch welche, die sich der EU anschließen möchten?«, wollte ein Schüler wissen. Eine Frage, die der Staatsminister mit einem klaren Ja beantwortete. Das Langzeitziel sei es, irgendwann alle europäischen Länder in der EU zu vereinen. Daneben laufe weiterhin der Aufnahmeprozess mit der Türkei – auch wenn dieser derzeit von vielen als äußerst kritisch gesehen werde. »Derzeit scheint es so, dass sich die Türkei mehr von Europa entfernt als sich anzunähern«, sagte Braun.
(Quelle: Gießener Allgemeine)

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