GIESSEN. Aus ganz Deutschland sind 25 Stipendiaten der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) nach Gießen angereist, um sich am Uniklinikum mit dem Thema „Transplantationsmedizin in Deutschland“ auseinanderzusetzen. Das dreitägige Seminar wurde dabei von den Stipendiaten der sdw-Ortsgruppe Gießen-Marburg selbst organisiert und durchgeführt. Dabei besuchten die Stipendiaten verschiedene Veranstaltungen, die Organtransplantation aus verschiedenen Sichtweisen betrachteten. „Wir hörten dazu Vorträge aus Sicht der Klinik, eines Transplantierten, der Religion sowie aus der gesellschaftlichen und politischen Perspektive“, erklärt Stipendiat Daniel Christmann im Gespräch mit dem Anzeiger. 
 
Den Stipendiaten gelang es, unter anderem mit Staatsminister Helge Braun, hochkarätige Referenten für ihr Seminar zu gewinnen. Im Hörsaal des Medizinischen Lehrzentrums in der alten Chirurgie sprach der Politiker, der früher selbst als Arzt am Gießener Universitätsklinikum in der Klinik für Anaesthesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie tätig war, über die Rechtsgrundlagen der Organspende in Deutschland. Zudem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, das Anatomische Institut zu besichtigen und dort menschliche Organe von Körperspendern näher zu betrachten. „Das war schon sehr spannend.“ 
„Wir sind verpflichtet, pro Semester ein Seminar aus dem Veranstaltungskatalog der sdw zu besuchen“, erläutert Christmann. „Und einmal im Jahr organisiert jede Ortsgruppe selbst eine solche Veranstaltung.“ In der Themenwahl hatten die Organisatoren aber freie Wahl. Da die Leitung des Seminars der Ortsgruppe Gießen-Marburg von drei Humanmedizinern übernommen wurde, fiel die Wahl eben auf ein medizinisches Thema. „In unserer Ortsgruppe sind über die Hälfte der Stipendiaten Human- und Veterinärmediziner und außerdem bot sich die Transplantationsmedizin durch ihre Aktualität und gesellschaftliche Relevanz.“ 
Das Stipendium wird von dem Studienförderwerk Klaus Murmann der sdw an derzeit über 1700 Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen vergeben. „Benannt ist es nach seinem Stifter, dem Unternehmer und ehemaligen Arbeitgeberpräsidenten Klaus Murmann“, erklärt Christmann. 
Es gehört zu den 13 Begabtenförderwerken, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt werden. „Ausschlaggebend für die Vergabe der begehrten Stipendien sei neben schulischen und universitären Leistungen auch soziales oder ehrenamtliches Engagement sowie ein hohes Maß an Eigeninitiative.“ Das Förderwerk umfasst dabei insgesamt 48 Stipendiatengruppen, wovon sich drei im Ausland befinden. „Die Auslandsgruppen sind in London, Paris und Zürich.“ Jede einzelne wird dabei von einem Vertrauensdozenten, einem Vertrauensmanager, einem Vertrauensschulleiter sowie einem Mitarbeiter der Stiftung betreut. Auch unter den Stipendiaten herrscht ein reger Kontakt. „Zum Gruppenleben gehören monatliche Treffen, bei denen aktuelle und für die Gruppe relevante Themen besprochen werden.“ Weiterhin gibt es auch Vorträge, in denen die Stipendiaten über diverse Themen referieren. „Ein Mitglied von uns war beispielsweise Anfang des Jahres bei einem Planspiel der United Nations in New York.“
(Quelle: Gießener Anzeiger)

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