ALSFELD/ANTRIFTTAL - "Es freut mich, dass es jetzt endlich vorangeht. Es hat lange genug gedauert", sagt Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist (CDU) zum angekündigten Glasfaser-Ausbaustart in den Ortsteilen Vockenrod, Seibelsdorf und Ruhlkirchen. "Ich finde es gut, dass nun unmittelbar die Stadtteile Eifa, Schwabenrod, Elbenrod und der zweite Teil Liederbachs mit ausgebaut werden. Dort hatte es wegen der Reservierung durch eine Privatfirma Verzögerungen gegeben", ergänzt der Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung. Und weiter: "Ich freue mich ebenfalls, dass im Rahmen des Landkreisprojekts alle anderen Stadtteile auch ausgebaut werden. Auch hier geht es nach Aussage der Bigo so schnell wie möglich los."

Am Dienstag hatten sich Landrat Manfred Görig (SPD), Paule und Krist mit Vertretern der Telekom getroffen. Die Kreispressestelle berichtete über die Ergebnisse der Zusammenkunft.

Lizenzensierung gelöst

Im Fall von Antrifttal und den drei Alsfelder Stadtteilen Schwabenrod, Eifa und Elbenrod sei der Ausbaustart bisher nicht möglich gewesen, weil sich die Firma OR-Network die Vectoring-Lizenzen gesichert hatte, informiert Krist. Diese habe das Unternehmen an die Telekom abgetreten. Beim sogenannten Vectoring werden die letzten Meter vom Verteilerkasten bis in die Haushalte mit den vorhandenen Kupferleitungen überbrückt und Störungen ausgeglichen. Das Glasfaserkabel wird bis in die Verteilerkästen gelegt.

"Bei der Übertragung der Lizenzen und der anschließenden Freigabe durch die Bundesnetzagentur hat uns Staatsminister Helge Braun (CDU) zur Seite gestanden, indem er Druck auf die Bundesnetzagentur ausgebübt hat, damit es jetzt endlich losgehen kann", hebt Krist hervor. In seiner Gemeinde sei Bernsburg bereits über Neustadt mit schnellem Internet versorgt worden. Jetzt fehle nur noch Ohmes. Die Ortschaft werde dann im Zuge mit der Stadt Kirtorf aufgrund der Ortsvorwahl 06635 ausgebaut. Einen konkreten Termin dafür habe die Telekom leider noch nicht nennen können.

Weil im Antrifttal nicht nur das Internet lahmt, sondern auch der Mobilfunkempfang Lücken aufweist, hat Krist weitere gute Nachrichten zu verkünden. Laut seinen Informationen laufe die Ausschreibung für einen neuen Mobilfunkmast in Vockenrod bereits und er sei guter Dinge, dass er noch in diesem Jahr gebaut werde.

Außerdem wurde nach dem Arbeitstreffen von der Kreispressestelle bekannt gegeben, dass nach dem nahezu abgeschlossenen Ausbau in der Alsfelder Kernstadt die Anschlüsse sukzessiv ans Netz gehen. "Zu uns kommen immer wieder Kunden und fragen nach, ab wann das schnelle Internet bei ihnen verfügbar ist", heißt es beim Telekom Vertragspartner AEM Communication auf Nachfrage unserer Zeitung. Sicherlich gebe es auch manchmal Beschwerden, aber die hielten sich in Grenzen. Durch das sukzessive Anschließen werde für die Interessenten nachgeschaut, ob in ihrer Straße unter der entsprechenden Hausnummer die schnelle Internetverbindung bereits verfügbar sei. "Das ist manchmal wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber wir helfen immer gerne weiter", sagt der Mitarbeiter von AEM.

Im Gegensatz zum Telekommunikationsriesen bietet der Mitbewerber Unitymedia seit Anfang November in Haushalten mit Kabelanschlüssen in den Ortschaften Altenburg, Alsfeld, Eudorf, Leusel, Liederbach, Romrod, Zell, Hopfgarten, Renzendorf und Brauerschwend Geschwindigkeiten bis zu 400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. Um die Anschlüsse zu vermarkten, hat das Unternehmen ein eigenes Geschäft in der Obergasse eröffnet. "Bei uns läuft es gut. Das besondere an der Kleinstadt Alsfeld ist, dass die Kunden zu mir in den Laden kommen und sich bedanken, dass sie jetzt schnelles Internet haben. Das kenne ich so aus Kassel nicht", sagt Steven Bulteel vom Kabelanbieter. "Meine Kinder haben endlich aufgehört zu nerven, weil wir jetzt einen Anschluss mit 150 Mbit/s haben", hätten einige Neukunden ihm gegenüber geäußert. Viele mögliche Interessenten wüssten jedoch gar nicht, dass der Kabelanbieter zwölf Monate den Anschluss kostenlos zur Verfügung stelle, wenn ihr aktueller Vertrag bei einem Mitbewerber noch laufe. Das mache einen Anbieterwechsel jederzeit möglich.

Beim weiteren Telekom-Shop Euronics XXL in Alsfeld habe es vor etwa einem halben bis Dreivierteljahr viele Anfragen zu den schnellen Anschlüssen gegeben. Das sei gerade etwas abgeflacht. Aber wenn jetzt nach und nach die einzelnen Ortschaften angeschlossen werden, werde die Nachfrage sicherlich wieder anziehen, lautet die Einschätzung eines Mitarbeiters in der Löbergasse.

Oberhessische Zeitung

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